Fahrzeuge

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Hinweis: Dieser Beitrag entstand unter freundlicher inhaltlicher Mitwirkung von Hr. Gunter Wiencirz[1] und Hr. Peter Engelmann[2]. Vielen Dank!

Inhaltsverzeichnis

Unterteilung

Voraussetzung für Decodereinbau

Selectrixdecoder können in jede Lok eingebaut werden, die mit Gleichspannung im Analogbetrieb gefahren wird. Das Fahrzeug sollte aber mechanisch in Ordnung sein, d.h., die sich bewegenden Teile müssen über eine entsprechende Leichtgängigkeit verfügen. Ist das nicht gegeben, nimmt der Decoder im Betrieb unnötig viel Strom auf und brennt durch, bzw. schaltet sich ständig ab. Warum Ausbau von Drosseln und Kondensatoren im Motorkreislauf? Im vorherigen Abschnitt (5. Decoder) wurde unter dem Punkt Zusammenhang von Anfahr- und Bremsverhalten zu Impulsbreite und Motorregelung intensiv die Art und Weise dieser Funktionen erläutert. Drosseln (L-Glied), Kondensatoren (C-Glied) und Widerstände (R-Glied) sollen im analogen Betrieb elektromagnetische Störungen anderer Geräte verhindern (der Nachbar freut sich). Sie dämpfen bzw. beseitigen die Störimpulse gänzlich. Der Decoder benötigt aber für die Regelung diese Impulse. Werden die Kondensatoren und Drosseln belassen, kann der Decoder die Funktion der Motorregelung nicht richtig ausführen, weil ihm der Rückimpuls vom Motor fehlt. Vorhandene Widerstände im Motorkreislauf können belassen werden. Der Decoder selbst übernimmt die Funktion der Störimpulsbeseitigung, so dass eine Störung der Umgebung bei Digitalbetrieb ausgeschlossen ist.

Motorprobleme 1

Lok fährt in einer Richtung einwandfrei, in der anderen Richtung rucken und stottern bis zum Stillstand. Ursache kann ein gelöster Magnet im Motor sein. Diese Permanentmagnete sind eingeklebt und können sich schon mal lösen. Dann hemmt der am Kollektor reibende Magnet die Drehbewegung. Abhilfe: Magnet mit Sekundenkleber wieder festkleben. Auf Luftspalt zum Kollektor achten.

Motorprobleme 2

Durch die Impulsbelastung müssen die Motorlager öfter geölt werden als im Analogbetrieb. Es sammelt sich Kohlestaub verbunden mit Ölrückständen am Motor und an den Bürsten an. Diese Rückstände können im schlimmsten Falle eine leitende Verbindung zwischen Motorgehäuse und Kollektor herstellen. Reiniger SR24 oder Seuthe-Reinigungsdestillat schaffen Abhilfe. Vor Wiederinbetriebnahme unbedingt erst trocknen lassen und dann neu abölen!

Brünierte Räder

Die Kontaktsicherheit bei brünierten Lokrädern (auch Wagenrädern) ist nicht immer gewährleistet. Daher sollte die Brünierung entfernt werden, vor allem, wenn eine Lok oder ein eingebauter Funktionsdecoder sich nicht programmieren lässt. Durch die Brünierung ist ein zu hoher Widerstand gegeben! Deshalb die Brünierung mit einem Glashaarpinsel per Hand vorsichtig entfernen. Optischer Nebeneffekt: Im Original sind die Laufflächen der Radscheiben durch die Reibung auch metallisch blank!

Richtige Besetztanzeige 1

Um ein einwandfreies erkennen von Fahrzeugen durch die Besetztmelder zu ermöglichen, sollte jeder Wagen den Besetztzustand auslösen. Dazu gibt es mehrerer Möglichkeiten.

  1. Versehen Sie mindestens eine Achsen eines Wagens mit den im Fachhandel erhältlichen Widerstandsachsen. Hierbei ist die Achse in der Mitte isoliert und diese Isolation wird mit einem Widerstand überbrückt. Achten Sie auf eine möglichst hochohmige Ausführung. Wir lehnen diese Variante aufgrund hoher Kosten ab!
  2. Widerstandslack ist bei Elektronikfachmärkten in kleinen Flaschen erhältlich. In diesem Lack sind leitfähige Pigmente enthalten. Suchen Sie die isolierte Seite der Wagenachse und pinseln Sie über die Isolation hinweg bis zum leitenden Radreifen. Nach dem Trocknen können Sie die korrekte Funktion überprüfen. Reicht es noch nicht, müssen Sie den Auftrag verdicken oder verbreitern. Leider härtet dieser Lack aus. Wird später der Wagen unsanft behandelt – rangieren oder aufsetzten aufs Gleis - kann es durch diese Erschütterungen zu Haarrissen im Lack kommen. Ergebnis ist wieder eine isolierte Achse. Wir lehnen diese Variante aufgrund der Unzuverlässigkeit ab!
  3. Die aus unserer Sicht beste Methode ist die Verwendung von Graphit. Es härtet nicht aus, ist extrem hochohmig und kann ebenfalls wie ein Lack verarbeitet werden. Mit Graphit können Sie ohne Bedenken auch ganze Züge mit dieser Art der Widerstandserzeugung ausrüsten. Graphit-Spray erhalten sie bei Conrad unter den Begriff „Graphit 33“. Diese 250ml Dose reicht in der Regel für alle ihre Fahrzeuge. Auch hier muss nach dem Trocknen ein Test erfolgen und je nach Erfolg die Prozedur wiederholt werden. Sollte zuviel Graphit auf die Achse gekommen sein so können Sie es mit andelsüblicher Verdünnung wieder entfernen. Überprüfen Sie unbedingt den Erfolg Ihrer Arbeit mit einem Multimeter. Dabei beachten, dass das Graphit etwa 30min trocknen sollte.
  4. Eine weitere sehr gute Variante ist das Anbringen von SMD-Widerständen an den isolierten Radscheiben mit Sekundenkleber oder Nagellack sowie das Herstellen der elektrischen Verbindung mit Silberleitlack.

Richtige Besetztanzeige 2

Eigene Erfahrungen für eine exakte Gleisbelegung während der Zugbewegung ergaben, dass an jedem Wagenende (also beide Seiten) mindestens eine Achse mit Graphitspray auszurüsten ist. Geschieht dies nicht, werden beim Durchfahren von Weichenstraßen mit langen Zügen einzelne Weichen oder kurze Gleisabschnitte unter dem Zug als „frei“ ausgeleuchtet. Hat ein Wagen Beleuchtung, Zugschluss oder Sounddecoder, braucht dieser nicht zwingend mit Graphit behandelt werden, da ein Stromverbraucher bereits vorhanden ist und diesen Wert durch seine interne Funktion bereits erreicht. Beachten sollte man beim Kauf von Besetztmeldern, dass deren Empfindlichkeit nicht zu hoch eingestellt ist. Kommt eine Besetztanzeige für den Gleisabschnitt noch oberhalb 100kOhm bei einer Achse zustande, kann es zu „fehlerhaften“ Besetztausleuchtungen durch Berührung von Hand, Luftzug oder Feuchtigkeit geben. Gute Testwerte lagen bei unseren Anlagen im Auslöseverhalten unterhalb von 60kOhm.

Widerstandswerte an Wagenachsen

Der optimale Widerstandwert ist abhängig vom eingesetzten Belegtmelder. Unsere Eigenbaubelegtmelder lösten bis 40kOhm sicher aus. Die Belegtmelder von MÜT und ältere von MTTM bringen eine Anzeige bis 100kOhm je Achse. Andere lösen nur bis zu einen Wert von 12kOhm sicher aus. Der Vorteil bei hochohmigen Werten liegt im geringen Fahrstrom "verheizen" für die Belegtmeldung. Werden an einem Wagen 2 Achsen mit je 75kOhm ausgerüstet, so wird nur 0,5mA Fahrstrom für einen Wagen „verheizt“. Der Nachteil liegt darin, dass durch Wasseraufnahme aus der Luft oder durch drauflangen mit der Hand auf das Gleis oder durch Fremdeinkopplung eine Fehlanzeige der Belegtmeldung schnell erfolgen kann. Bei geringen Widerstandswerten besteht die Gefahr des heiß werden der Achse. (Das Labor der Uni Stuttgart betrieb Achsen mit 1kOhm Widerständen und ist im Mai 2005 abgebrannt….!) Zudem fließt ein größerer Strom zur Auslösung der Belegtmeldung (bei 9kOhm etwa 2mA je Achse = 4mA je Wagen). Wir haben unsere Wagenachsen mit Werten zwischen 25 und 35kOhm ausgerüstet und sind bis zum heutigen Tag damit sehr gut gefahren. Beachten sollte man beim Einsatz vom Belegtmelder 8i mit seiner Intelligenz zur sicheren Rückmeldung der Lokadresse in PC-Steuerprogramme die Gesamtheit der Widerstände (also Decoder + Achsen + evtl. Licht in Wagen) den Wert von etwa 600Ohm je Gleisabschnitt nicht unterschreitet.

Funktionsdecoder FD1

Der Funktionsdecoder FD1 lässt sich nur mit angeschlossenen Glühlampen programmieren. Sollen im Wagen LED geschalten werden, so erst ein „Provisorium“ mit Glühlampen bauen und den Decoder programmieren und testen. Anschließend Rückbau auf LED Betrieb, dabei Vorwiderstand nicht vergessen.

Funktionsdecoder FD2

Beitrag wird ergänzt, es liegen noch keine Erkenntnisse vor!

Weiterführende Links:

http://mbz-weber.de

Weiterführende Adressen:

  • Metallachsen und Puffer in H0 und N: Modelleisenbahnzubehör Bernd Thomschke, Elsterwerdaer Str.11, 01990 Kleinkmehlen

Einzelnachweise

  1. Modulbau-Team-Köln-Bonn. Website des Vereins
  2. HE-Digital. Website von HE-Digital, u.a. Selectrix-Komponenten
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